quarta-feira, 18 de agosto de 2010

Erstes Hindenburg-Omen seit 2008 am 12.08.2010: Grund zur Panik?

"Sorge bereitet einigen Marktteilnehmern aktuell ein sogenanntes Hindenburg-Omen, das am vergangenen Donnerstag erstmals seit 2008 wieder an der New Yorker Börse zu beobachten war. Benannt nach dem deutschen Zeppelin, der im Jahr 1937 bei New York in Flammen aufging, gilt das technische Signal an den Märkten als Vorbote heftiger Kursabstürze. Hier die fünf Kriterien zur Erfüllung des Hindenburg Omens, die auch in diesem englischsprachigen Video  (http://www.youtube.com/watch?v=o1U4vAV2-7Q) erklärt werden:


1. Die Zahl der Aktien, die neue 52-Wochen-Höchststände erreichen, übersteigt 2,2 % aller Aktien, die an der New York Stock Exchange (NYSE) gehandelt werden. Gleiches gilt für die Zahl der Aktien, die neue 52-Wochen-Tiefstände markieren.


2. Die kleinere der beiden Zahlen liegt mindestens bei 69


3. Die Zahl der Aktien auf 52-Wochen-Hoch liegt maximal doppelt so hoch wie die der Aktien auf 52-Wochen-Tief (umgekehrt ist es in Ordnung)


4. Der gleitende 10-Wochen-Durchschnitt des NYSE Composite Index steigt


5. Der NYSE McClellan Oszillator, (ein Momentum-Indikator), zeigt nach unten

Zu einem Hindenburg-Omen kommt es also dann, wenn es an der Börse nach einem Anstieg ein Tauziehen zwischen Bullen und Bären gibt, bei dem zahlreiche Aktien schon neue Tiefststände markieren, während andere Papiere neue Hochs erreichen. Die grosse Unruhe, die das Hindenburg-Omen in den vergangenen Tagen gebracht hat, rührt wohl daher, dass es in den vergangenen Jahrzehnten keinen Börsenabsturz gab, dem nicht ein Hindenburg-Omen vorausging. 2007 gab es beispielsweise rund ein halbes Dutzend Hindenburg-Omen binnen kurzer Zeit. Nur wenig später startete der DAX seine Abwärtsbewegung von 8.000 bis auf weniger als 4.000 Punkte.

Allerdings sollte man trotzdem nicht allzu beunruhigt sein, denn das einmalige Auftreten eines Hindenburg-Omen ist der Theorie zufolge noch kein Drama. Um das technische Bild zu bestätigen, müssten innerhalb von 36 Tagen erneut alle fünf Kriterien erfüllt sein. Darüber hinaus kam es in der Vergangenheit durchaus zu etlichen Fehlsignalen, wie Sie auch in diesem sehr guten Artikel nachlesen können (http://www.wellenreiter-invest.de/WellenreiterWoche/Wellenreiter100814.htm) . Dort wird ausführlich analysiert, dass zwar den meisten starken Rückgängen ein solches Omen vorherging, allerdings nur nach wenigen Omen tatsächlich ein starker Kursrückgang kam.
  Ein Grund, warum das Hindenburg-Omen von vielen Finanzmedien aufgegriffen wurde ist sicherlich, dass sich Negativ-Szenarien nach der Finanzkrise weiterhin grosser Beliebtheit erfreuen. In diesem interessanten Handelsblatt-Artikel ist eine Übersicht, was die prominentesten Vertreter von Untergangsszenarien für die kommenden Jahre erwarten (http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/geschaeftsmodell-schwarzsehen-die-duesteren-propheten-der-oekonomie;2635559). Dazu zählen beispielsweise Nouriel Roubini, der den Kollaps des US-Immobilienmarktes korrekt vorhergesehen hatte oder Marc Faber, der genau wie Rohstoff-Guru Jim Rogers in den kommenden Jahren eine exorbitante Inflation erwartet. "

            Der Spekulant, 18.08.2010   http://www.spekulant.ch/

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